Anlässlich des Besuchs des Pumpspeicherwerks in Geesthacht zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt Geesthacht, Olaf Schulze, erklärt die schleswig-holsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer, stellvertretende umweltpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion:

„Im Zuge der Energiewende und dem vermehrten Einsatz von Erneuerbaren Energien steigt der Bedarf an Flexibilitäten: Wenn wenig Wind weht oder die Sonne nicht scheint, müssen Schwankungen bei der Verknüpfung von Erzeugung und Verbrauch ausgeglichen werden.“

Einigkeit bestand unter den Gesprächsteilnehmern, dass es einer besseren Integration von Speichertechnologien im Energiemarkt bedarf. Neben einer besseren Netzauslastung spielten dabei auch Pumpspeicherwerke, wie das in Geesthacht, eine zentrale Rolle. Scheer: „Einer systemisch relevanten Einbindung von Speichern, die auch den Umstieg auf Erneuerbarer Energien in Ablösung fossiler Energien ermöglichen, stehen allerdings gesetzliche Rahmenbedingungen entgegen, die dringend reformiert werden müssen. So kann es nicht sein, dass die Einbindung von Stromspeichern bei Steuern und Abgaben doppelt belastet werden.“

Aktuelle Fehlstellungen in den regulatorischen Rahmenbedingungen bedeuten, dass Speicher oftmals nicht wirtschaftlich betrieben werden können. So werden Betreiber von Speichern sowohl bei der Ein- als auch Ausspeisung zur Zahlung von Letztverbraucherabgaben verpflichtet.

Nina Scheer begrüßte dabei auch die Pläne Vattenfalls zum Ausbau von Photovoltaik am Standort des Pumpspeicherkraftwerkes. Auch hier werde gesetzlicher Änderungsbedarf deutlich. Scheer: „Mit den im Jahr 2016 eingeführten Ausschreibungen werden Projekte künstlich klein gehalten. Die existierende Bagatellgrenze, unterhalb derer Einspeisevergütungen außerhalb von Ausschreibungen geleistet werden, behindert heute den Zuwachs an Erneuerbaren Energien.“ Auch hier bestünde Handlungsbedarf.

Der jüngste Erklärung seitens des Bundeswirtschafts- und Energieminister Peter Altmaier zum Netzausbau dürfe nicht von der dringlichen Aufgabe nach Rahmenbedingungen für bessere Netzauslastung und die Einbindung von Speichern ablenken, so Scheer und fügt an: „Um Speichertechnologien als tragende Säule der Energiewende im Energiesystem zu verankern, müssen Anreize für entsprechende systemdienliche Leistungen geschaffen werden.“

An dem Gespräch nahmen teil (vgl. auch Foto von v.l.n.r.): Christian Seyfert (Regional Public Affairs, Vattenfall), Dr. Karsten Wulff (Regional Public Affairs, Vattenfall), Dr. Nina Scheer, MdB, Olaf Schulze (Bürgermeister von Geesthacht), Murat Özden (Leiter Abwicklungsbereich Solar, Vattenfall), Werner Flindt (SPD-Fraktion Geesthacht) und Dr.-Ing. René Kühne (Leiter Produktion Wasserkraft, Vattenfall).

Dr. Nina Scheer ist Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete

Ihr Schwerpunkt ist die Energiepolitik. Nina Scheer ist vielseitig: Juristin, Politikwissenschaftlerin und Musikerin. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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