Der Wald im Kreis Herzogtum Lauenburg: Kompromiss gefunden!

 

Kreisforsten dürfen nicht zum politischen Spielball werden!

Im April veröffentlichten die SPD Kreistagsfraktion und die Fraktion DIE LINKE das gemeinsame Konzept zum „Lauenburgischen Klimawald“.  Im Austausch mit den Umweltverbänden wurde das Konzept erarbeitet, auch die SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer wirkte daran mit.Anlass ist die anstehende Forsteinrichtung, die den Grundstein für den Umgang mit den Kreisforsten in den kommenden 10 Jahren legt.

Wie dringend eine nachhaltigere Waldpolitik ist, zeigte zuletzt deutlich der Waldzustandsbericht 2020, der Deutschland eine dramatische Verschlechterung der Wälder attestierte und die schlechtesten Ergebnisse seit Beginn der Erhebung aufzeige. „Aufgrund der zentralen Bedeutung des Waldes für die Artenvielfalt und dem Klimaschutz, hat der Kreis Herzogtum Lauenburg als größter Waldbesitzer in Deutschland eine besondere Verantwortung“, ist sich Jens Meyer, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, sicher. Das Konzept sieht daher unter anderem die Einrichtung eines Waldbeirats, das Verbot von Pestiziden oder anderen Chemikalien, eine deutliche Reduzierung des Einschlags auf maximal 30.000 Festmeter und somit den Aufbau einer Klimareserve, die Förderung einer naturnahen Baumvielfalt und das Verbot von sogenannten „Harvestern“ in den kreiseigenen Forsten vor.

Leider ermöglichen die demokratischen Mehrheitsverhältnisse im Kreistag keine Umsetzung dieses Konzepts. Angeschoben durch das Konzept wurde nun ein Kompromiss zwischen SPD, CDU und FDP erarbeitet, der in der Ausschusssitzung am 31. Mai 2021 verabschiedet werden soll. Demnach sollen etwa die von der Forsteinrichtung vorgeschlagenen Erntevorschläge (Nutzungssätze) für die einzelnen Bestände grundsächlich in den ersten 5 Jahren der Forsteinrichtung nur je zur Hälfte vollzogen werden. Nach 5 Jahren erfolgt dann eine Zwischenrevision durch die Kreisforsten und in Abhängigkeit von Bestandesentwicklung und externen Einflüssen gegebenenfalls eine Anpassung.

„Das war ein erster Erfolg im Sinne einer nachhaltigeren Waldnutzung. Dem Klimawandel aber müssen wir mit noch deutlicheren Maßnahmen begegnen, nur so lässt sich der Wald als besonderes wertvoller Lebensraum schützen und erhalten. Wir bleiben dran, und werden für die kommende Kreistagssitzung als nächsten Schritt daher ein Konzept für einen Waldbeirat vorlegen“, so Anika Pahlke, Sprecherin für Umwelt der SPD-Kreistagsfraktion.

„Die Kreisforsten dürfen nicht zum politischen Spielball werden“, so der Fraktionsvorsitzende der SPD, Jens Meyer. Deshalb appelliere ich an alle Mitglieder des Lauenburgischen Kreistages, dem nunmehr vorgelegten Kompromiss zuzustimmen und damit einen ersten Grundstein für eine Verbesserung des Klimaschutzes in unserem Kreis zu schaffen, so Meyer abschließend.